Indien in Portugal
Die indische Nationalmannschaft hat sich noch bis vor kurzem in Portugal aufgehalten. Dort hat man sich auf den AFC Challenge Cup vorbereitet, der ab Ende Juli in Hyderabad stattfinden wird.
Zunächsteinmal ist es sehr erfreulich, dass das indische Team heutzutage die Möglichkeit hat, sich unter europäischen Bedingungen auf illustre Gegner wie Afghanistan, Tajikistan und Turkmenistan vorzubereiten. In Indien gibt es genügend Fußballplätze, bei denen man sich fragt, ob sie der Agrarwirtschaft nicht mehr nützen würden. Kein Wunder, dass die indischen Spieler sich gefreut haben, war es doch schon ihr zweiter Aufenthalt auf der iberischen Halbinsel.
Was allerdings etwas enttäuschend ist, ist die Tatsache, dass man dort eher gegen zweitklassige Teams gespielt hat. Indien hat zwar alle drei Testspiele gewonnen, aber ob sich das Team und die einzelnen Spieler dadurch weiterentwickeln, darf ruhig kritisch hinterfragt werden. Nicht zuletzt deswegen war der britische Trainer, Bob Houghton, massiv in die Kritik geraten. Ältere indische Trainer haben bereits seine Entlassung gefordert. Es stimmt, dass zu Anfang seines Engagements noch Euphorie herrschte und der Schlüsselerfolg war wohl der Gewinn des Nehru-Cups im vergangenen Jahr. Ist diese Kritik also gerechtfertigt?
Einige Sagen “Ja”, denn das indische Team hat sich vor einiger Zeit gegen Bhutan und die Malediven nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Das ist schon etwas peinlich, denn viele, die das jetzt lesen wissen gar nicht wirklich, wo sie Bhutan geografisch einordnen sollen!
Andererseits sollte man dem guten Mann noch etwas mehr Zeit lassen! Es sind wohl eher die sonderbaren bürokratischen Gegebenheiten und die unglaublich mangelhafte Infrastruktur in Indien selbst, die Houghton daran hindern seine Pläne vollends zu realiseren. Außerdem wird unter der Ägide des Engländers vermehrt auf eine gute Jugendarbeit gesetzt. Der richtige Schritt, wenn man sich in etwas mehr als einer Dekade für große internationale Turniere (das Wort Weltmeisterschaft fällt hier absichtlich nicht) qualifizeren will. Ach was, das Überstehen der ersten Qualifikationsphase wäre ja schon ein Erfolg. Die Leistungen der Jugendmannschaften sind wirklich vielversprechend. Darauf kann und sollte man bauen!
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